Wenn man im Sommer nach Atotchi kommt, hört man zuerst das leise Surren der Pumpe. Dann das Geräusch, das hier vorher unbekannt war: laufendes Wasser. Und dann sieht man Frauen, die nicht mehr mit Kanistern auf dem Kopf zurückkommen, sondern Kanister füllen und einen Meter weiter ihren Tag beginnen.

Das Trinkwasserprojekt Atotchi ist abgeschlossen. Was 2019 mit einer Anfrage der Gemeinde begann, ist heute ein Tiefbrunnen mit solarbetriebener Pumpstation, einem Hochbehälter und drei Zapfstellen — eine pro Dorfquartier. 3.400 Menschen haben heute Zugang zu sauberem Trinkwasser, direkt im Dorf.

Was sich verändert hat.

Die Zahlen sind ein Teil: 12.000 Liter sauberes Wasser pro Tag, drei Zapfstellen, null laufende Energiekosten dank Solar. Die Krankheitsfälle durch verunreinigtes Wasser sind nach Auskunft der lokalen Krankenstation um ein Vielfaches zurückgegangen.

Aber der eigentliche Bericht ist, was Mütter und Lehrer:innen in den ersten Wochen erzählten: dass Kinder ausgeschlafen in die Schule kommen, dass die Schulanwesenheit gestiegen ist — vor allem bei Mädchen, die früher den Wasserweg übernehmen mussten. Und dass Frauen plötzlich Zeit haben für andere Tätigkeiten.

„Wir haben nicht nur Wasser bekommen. Wir haben Zeit bekommen — vier Stunden am Tag."
— Sprecherin Wasserkomitee Atotchi

Wie die Gemeinde mitgebaut hat.

Unser Anteil an diesem Projekt war Geld, Solarmodule und technische Fachkräfte. Der Anteil von Atotchi war alles andere. Die Gemeinde stellte das Grundstück, organisierte den Bauablauf, bezahlte die laufende Wartung und gründete ein Wasserkomitee, das die Anlage bis heute selbst verwaltet.

Februar 2020: Beginn der Bohrarbeiten. Bauunternehmen und Fachkräfte aus der Region, Hilfsarbeit aus dem Dorf.

Das ist langsamer als eine NGO-Anlage, die Externe planen und ausführen. Aber es ist Atotchis Brunnen. Wenn wir morgen aufhörten, würde er weiterlaufen. Genau das ist „Hilfe zur Selbsthilfe", wenn man sie nicht nur in Satzungen schreibt.

Was weiter passiert.

Die Anlage läuft seit Übergabe stabil. Das Wasserkomitee meldet quartalsweise an die Gemeinde. Für 2024 ist ein Folgeprojekt geplant: zwei zusätzliche Zapfstellen für die wachsende Gemeinde sowie eine zweite Solar­anlage zur Redundanz.

Wer Folgeprojekte wie dieses unterstützen möchte, findet unten den Spendenlink.